Sicher

korrespondenz.biz --- (25.08.2003) --- [Print-Version] --- [Kommentare]
 
 

``Wenn du dir einer Sache sicher bist, lass' sie fallen'', sagte Nili, und das Geldstück fiel vom Magneten zurück in den Gulli. Vier Kinder saßen in der Hocke und starrten mit großen Augen in den Matsch im Auffangsieb, das ungefähr zwanzig Zentimeter unter dem Gitter hing. Ein silbernes Geldstück lag auf den verfaulenden Blättern.

``Meine Mutter hat gesagt, eine Sicherheit ist so viel wert wie ein Loch im Schuh''. Minka warf am Ende ihres Satzes den Kopf nach hinten, als wollte sie ausschließen, dass ihre Mutter in Hörweite war. Droush stieß Nili in die Seite: ``Du hast es wieder fallen lassen. Lass mich mal.'' Anekta drückte ihre Knie durch und lachte. ``Sicher ist nur die Rechnung vom Wirt.'' Zufrieden mit ihrer Beigabe ging sie wieder in die Hocke und stocherte mit einem Stock im Blätterschlamm. ``Guck mal, da sind auch Würmer drin'', sagte sie begeistert.

``Ich hab's!'', brüllte Droush und schnappte mit der linken Hand das Geldstück vom Magneten. Die drei anderen lächelten ihn lobend an. Sie standen auf und gingen Richtung Marktstrasse. Zwar hatte Nilis Mutter das wegen der Anschläge verboten, aber woanders gab es die Mandeln nicht. ``Mit Sicherheit sicher'', las Minka laut, ``Türen- und Fensterschlösser Chalevy''.

hap