Max

korrespondenz.biz --- (29.09.03) --- [Print-Version] --- [Kommentare]
 
 

Anläßlich des Gesprächs mit John Cusack in der Feiertagsausgabe der Süddeutschen Zeitung, mag es sich durchaus anbieten, auf Cusacks Film 'Max' hinzuweisen, der dem Vernehmen nach noch immer auf der Suche nach einem deutschen Verleih ist. Über den Film und das Projekt als solches gäbe es vielleicht viel zu sagen, doch wenig davon muss wirklich gesagt werden - der Versuch des Films, die Möglichkeit einer anderen Entwicklung anzudeuten, ist zu offensichtlich zum Scheitern verurteilt. Dennoch ist der Film ein Beispiel dafür, dass es auch lohnenswert sein mag, etwas zu versuchen, das nicht funktionieren kann. Denn sehenswert ist der Film allemal, und sei es nur, um mit eigenen Ohren zu hören, wie absurd das Angebot an Hitler, ihm eine Limo zu kaufen, klingt. Der Charme des untauglichen Versuchs dieses Films liegt in solchen Sätzen begründet, die, wenn man hier in diesen Kategorien denken/reden will, "geschmacklos" sind, weil wir wissen, was wir wissen. Der hinter dem Film stehende Ansatz, den Cusack in die Worte fasst, "We'd like (Hitler) to be a monster. That way he's not one of us," er trägt den Film nicht, unabhängig davon, was man von dem Ansatz hält. Doch das ändert nichts daran, dass dies einer der Filme ist, über den ein Urteil sich zu bilden so leicht ist, dass es nicht davon abhalten sollte, den Film auch tatsächlich zu sehen.

marks