| Teufelszungen korrespondenz.biz --- (08.12.2003) --- [Print-Version] --- [Kommentare] |
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Information ist ``the difference that makes a difference.'' Für die Übertragung komplexer Informationen, z.B. propositioneller Natur, werden viele Kanäle benötigt, auf denen Unterschiede gemacht werden können. Die Sprachen der Welt sind dabei relativ frei, die auszudrückenden Informationsbestandteile auf die Kanäle oder Parameter zu verteilen; welche Kanäle überhaupt benutzbar sind (oder, vorsichtiger, benutzt werden), läßt sich deshalb durch eine kontrastive Betrachtung der verschiedenen Sprachen klären. Bei tonalen Sprachen wie dem Chinesischen steht der Parameter ``Tonhöhe'' nicht zur Verfügung, um zu kodieren, ob es sich bei dem Gesagten um eine Frage handelt, weshalb dies durch bestimmte Frage-Wörter ausgedrückt werden muss.* Bei Sprachen mit recht fixer Wortstellungsordnung wie dem Englischen muss Fokussierung stärker durch ``untypische'' Intonation ausgedrückt werden als z.B. im Deutschen, wo viele Permutationen von Argumenten grammatikalisch sind, und alle leicht unterschiedliche Akzentuierungen ausdrücken: ``Das Auto hat Peter dem Heinz verkauft.'', ``Dem Heinz hat Peter das Auto verkauft.'', ``Peter hat Heinz das Auto verkauft.'' Von der Welt nehmen wir über die Kanäle unserer Sinnesorgane viele Arten von Informationen simultan auf, auch innerhalb eines Modus, wie z.B. dem visuellen, lassen sich Parameter unterscheiden. Die moderne Kunst begann, unter anderem, mit dem Bestreben, sich der Analyse jeweils eines solchen Parameters zu widmen, sei dies Form unter Abstraktion von Farbe, und sogar Abstraktion vom formhabenden Gegenstand, sei dies Farbe unter Abstraktion von Form. In der japanischen Küche gibt es Gerichte, oder besser, Zutaten zu Gerichten, die ebenfalls ``abstrahieren'', die nur wegen eines Parameters gewählt werden, und die anderen vollständig ausblenden. Konnyaku, Teufelszungen-Gelee, z.B. ist nahezu geschmacklos, besitzt aber eine unvergessliche Textur. Der Effekt auf den unvorbereiteten Esser ist wie der, so stelle ich mir vor, den ein abstraktes Bild auf den unvorbereiteten zeitgenössischen Betrachter gemacht haben mag: Verwirrung, Unverständnis, dann, wenn es gut läuft, eine erhebende Fokussierung auf das Abstrahierte. das
* Natürlich soll dies nicht heissen, dass
nicht auch Sprachen, in denen dieser Parameter frei ist, dieses
Bedeutungselement redundant kodieren; im Deutschen z.B. durch eine im
Normalfall veränderte Wortstellung in Fragen gegenüber Aussagesätzen:
``Ist Peter gekommen?'' vs. ``Peter ist gekommen.''. Die gleiche
Frage -- vielleicht mit etwas anderen Konnotationen -- kann
allerdings auch so ausgedrückt werden: ``Peter ist gekommen?''
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