| Die Geschichte
korrespondenz.biz --- (01.08.05) --- [Print-Version] --- [Kommentare] |
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B: Und wie heißt die Geschichte?
A: Ich nenne sie "Sturm". Ok?
B: Ok.
A: Und dann erhob sich ein gewaltiger Sturm. Mit Winden so
mächtig wie der Ozean, mit Blitzen so scharf wie ein
Messer, das durch einen gelb-bleiernen Himmel schneidet.
Und der Sturm fegte durch Felder, Wiesen, über Berge, durch
Wälder und Straßen. Er riss die Blätter und die Früchte von
den Bäumen, die Ziegel von den Dächern, er legte Schilder
und Ampeln um, und er jagte die Menschen, die zwischen
ihren Häusern Schutz suchten, die Wege entlang. Er ließ sie
durcheinander purzeln, riss sie von den Füßen, dann hob er
sie in die Luft, wirbelte sie herum, warf sie hin und her
und setzte sie schließlich in einem ganz anderen Landstrich
wieder ab.
Da fingen die Menschen an zu schreien: "Nein, tu das nicht,
bitte, lass uns hier", bettelten sie. Da schwächten die
Winde etwas ab, denn der Sturm wunderte sich: "Warum?",
fragte er. "Warum wollt ihr nicht fliegen, warum nicht
andere Dinge sehen?"
"Nein", riefen die Menschen, "wollen wir nicht. Hier sind
wir geboren, hier haben wir Häuser gebaut, hier sind die
Menschen, die wir lieben. Bitte lass uns hier."
B: Und was hat er dann gemacht?
A: Dann hat der Sturm sie alle zerschmettert.
B: Aber warum?
A: Weil sie das immer alle sagen.
B: Das ist die Geschichte?
A: Das ist die Geschichte.
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